Welches Fach wähle ich an welcher Uni?

Welches Fach wähle ich an welcher Uni?

Fällt der Entschluss, eine universitäre Laufbahn anzustreben, so sollte diese Entscheidung möglichst früh getroffen sein. Nur in diesem Fall nämlich kann der eigene Lebenslauf von Beginn an entsprechend stringent ausgerichtet werden. Sind bereits die Eltern promovierte Akademiker mit Kontakten in die Universität, so sollten die daraus entstehenden Möglichkeiten unbedingt genutzt werden. Der naheliegende Gedanke, die gleiche Fachrichtung einzuschlagen, ist allerdings gegen die Gefahr abzuwägen, dass der Vergleich mit dem möglicherweise begabteren Vorbild zu einem Verlust an Respekt und Ansehen für die eigene Person und so zum Karrierehindernis führen kann.
Allgemein stellen viele angehende Studierende schon bei der Wahl des Studienfaches und ‑ortes die Weichen ihrer Laufbahn äußerst nachteilig. Häufig gewählte Kriterien bilden die eigenen fachlichen Interessen, räumliche Nähe zu Familie und Freundeskreis, Studienzufriedenheit an verschiedenen Universitäten etc. Hiergegen ist prinzipiell nichts einzuwenden – sofern das gewünschte Fach vorteilhafte berufliche Aussichten verspricht und die Angehörigen in der Nähe einer renommierten Universität ihren Wohnsitz haben.
In allen anderen Fällen ist eine Rationalisierung der Studienwahl anzuraten. Zunächst müssen mithilfe einer umfassenden Internet- und Presserecherche Informationen zu Arbeitsmarktlage und Gehaltsentwicklung in Frage kommender Fächer eingeholt werden. Hierbei ist für die Planung einer universitären Karriere festzuhalten, dass sich die Wahl eines „Orchideenfachs“ selten auszahlt. Der Grund hierfür erschließt sich schnell: Ein Fach mit etwa lediglich drei Professuren deutschlandweit bietet faktisch keine universitären Aufstiegsmöglichkeiten.
Zwar können immer wieder auch Ausnahmen angeführt werden. Während beispielsweise Studierende der Sinologie vor 30 Jahren noch keinen günstigen beruflichen Perspektiven entgegensahen, verbesserten sich ihre Berufschancen mit dem Aufstieg Chinas zur Weltmacht rasant, solange der gestiegenen Nachfrage noch wenige Bewerbungen gegenüberstanden. Ähnliches gilt heute etwa auch für die Arabistik. Allerdings lassen sich solche und ähnliche Entwicklungen zu schwer voraussehen, um darauf die eigene Studienfachwahl aufzubauen.
Vor allem aber muss davon abgeraten werden, sich bei dieser Wahl von Interessen leiten zu lassen – stattdessen sollten die genannten Kriterien über Aufstiegschancen, kombiniert mit den eigenen Talenten, maßgeblich sein. Mit Blick auf die Konkurrenzsituation innerhalb der Disziplin sowie auf eine nötigenfalls doch noch einzuschlagende außeruniversitäre Laufbahn ist dabei, neben den angesprochenen „Orchideenfächern“, in der Regel auch von denjenigen Fächern abzuraten, denen sich der Großteil der Studierenden widmet und in welchen sich die Auswahl, etwa durch Prüfungen, auf ein Minimum beschränkt – so etwa in den meisten Geisteswissenschaften. Zwar ist es hier oft möglich, das Studium auf Basis eines verhältnismäßig geringen Aufwandes zu absolvieren, doch gilt dies ebenso für die Mitstudierenden.

In einer weitgehend homogenisierten Menge gestaltet es sich für die einzelne Person indes schwer, sich eine herausgehobene Position zu sichern. Kommt zu diesem Defizit noch eine nachteilige Arbeitsmarktlage außerhalb der Universität – was auch bei der Hoffnung auf eine Karriere in der Forschung nicht aus dem Blick geraten darf –, so kann das betreffende Fach nicht in die engere Wahl gezogen werden. Lediglich wenn tatsächlich Talent, Idealismus und zugleich irreversible Minderbegabung für jede beruflich aussichtsreichere Disziplin vorhanden sind, kann an der Universität schwerlich ein anderer Weg eingeschlagen werden. Immerhin fällt es solcherart begabten Studierenden vermutlich leichter, mit den erforderlichen sehr guten Noten abzuschließen, und in den Hauptfachbereichen der großen Disziplinen sind in der Regel bundesweit zahlreiche Professuren vorhanden. Mit der richtigen, nachfolgend beschriebenen Strategie kann es demnach auch in diesen Fällen gelingen, eine universitäre Karriere zu realisieren.
Ähnlich rationale Kriterien wie bei der Wahl des Faches sind für die Wahl des Studienortes anzulegen. Unglücklicherweise spielen auch hierbei zu häufig die bereits angesprochenen sozialen Faktoren eine Rolle. Mit Blick auf eine spätere universitäre Karriere, in deren Verlauf ein Ortswechsel ohnehin fast sicher  notwendig sein wird, müssen diese jedoch vernachlässigt werden.
Wenn anhand der dargelegten Kriterien ein passendes Fach gewählt ist, sollten sich zukünftige Studierende vielmehr den folgenden Fragen zuwenden: An welchen Universitäten hat das Fach den besten wissenschaftlichen Ruf? Wo lehren möglichst mehrere der international renommiertesten Professoren oder Professorinnen? Falls dies im spezifischen Fall relevant ist, kann zudem nach bedeutenden Kooperationen der Institute mit Organisationen aus Wirtschaft, Politik oder Forschung sowie nach Drittmitteleinwerbungen gesucht werden. Es gilt hier erneut zu beachten, dass diese Faktoren als von der tatsächlich möglicherweise minderwertigen Studienqualität, etwa im Falle ungenügender Betreuungsrelation, permanenter und mangelhafter Vertretung des Lehrstuhls etc., unabhängig zu betrachten sind und letztere für die eigene Karriereplanung irrelevant ist.
Sobald auch diese Wahl getroffen ist, richtet sich das Augenmerk nun – nach einer ersten Orientierung und finanzieller Absicherung – auf die Ausrichtung des eigentlichen Studiums.