Karriereratgeber Wissenschaft

Karriere in der Wissenschaft?

Nur wenige schlagen diesen Weg ein, und die wenigsten haben am Ende Erfolg – die Laufbahn an der Universität erscheint immer wieder als das sprichwörtliche Buch mit den sieben Siegeln: „Vitamin B“, Fachkompetenz, Selbstbewusstsein, Teamfähigkeit, Durchsetzungsvermögen, Selbstdisziplin und Vertrauenswürdigkeit bilden die Spitzenreiter unter den „Soft Skills“ oder Schlüsselqualifikationen, die den raschen Aufstieg auf dem Arbeitsmarkt garantieren sollen. So oder ähnlich suggerieren es die regulären Ratgeber, Mentoring-Programme und Workshops.
Dennoch scheitern die meisten Absolventen an einer Karriere in Wissenschaft und Forschung unabhängig von ihrer Qualifikation oder Begabung. Abgebrochene Doktorarbeiten, Burnout, Perspektivlosigkeit sind besonders in den Geistes- und Sozialwissenschaften Alltagsphänomene. Wenn es ihnen möglich ist, streben junge Talente heute bevorzugt nach Positionen in Lehramt oder Wirtschaft, anstatt sich in einer langwierigen Prozedur mit geringsten Erfolgsaussichten zu verausgaben. Auf diese Weise jedoch geht den Universitäten zugleich der größte Teil des vielversprechenden Nachwuchses verloren.
An dieser Stelle mag der „Karriereratgeber Wissenschaft“ als hilfreiche Anregung für die Planung einer wissenschaftlichen Laufbahn dienen. An deren Ende soll idealerweise mit der Professur eine Position stehen, die gegenüber Spitzenjobs in der Wirtschaft zwar in finanzieller Hinsicht deutlich im Nachteil ist – aber dafür versprechen Unkündbarkeit, das leistungsunabhängige Grundgehalt sowie das soziale Prestige des Titels die Chance, sich der Entfaltung der eigenen Persönlichkeit bei weitgehender Unanfechtbarkeit durch Kritik in unvergleichlicher Weise zu widmen.